Bewerbung schreiben lassen: Was es kostet und wann es sich lohnt
Aktualisiert am 20. September 2026 · Lesezeit 8 Minuten
Die kurze Antwort
Ein einzelnes Anschreiben vom Bewerbungsservice kostet 39 bis 199 Euro, ein Komplettpaket 99 bis 578 Euro je nach Erfahrungsstufe. Das rechnet sich bei einer Führungsposition oder einem Quereinstieg, wo eine einzelne Bewerbung über viel Gehalt entscheidet. Für eine normale Suche mit zehn bis zwanzig Bewerbungen ist es zu teuer, weil jede Stelle ein eigenes Anschreiben braucht und der Service jedes davon einzeln berechnet. Wer aus eigener Kraft schreibt und nur Hilfe beim Zuschnitt braucht, zahlt mit einem Werkzeug einen Bruchteil davon.
Was die Anbieter verlangen
| Leistung | Marktübliche Spanne | Wofür |
|---|---|---|
| Einzelnes Anschreiben | 39 bis 199 € | Eine Stelle, ein Brief |
| Lebenslauf | 99 bis 349 € | Einmalig, für alle Bewerbungen nutzbar |
| Komplettpaket Berufseinstieg | 99 bis 278 € | Anschreiben, Lebenslauf, oft Deckblatt |
| Komplettpaket Fachkräfte | 99 bis 328 € | Mit Berufserfahrung |
| Komplettpaket Akademiker und Führungskräfte | 139 bis 398 € | Mit Führungsverantwortung |
| Komplettpaket Manager | 249 bis 578 € | Oder auf Anfrage, je nach Position |
| Express, 48 Stunden | 29 bis 60 € | Aufpreis auf das Paket |
| Englische Unterlagen | 99 bis 199 € | Übersetzung oder Neufassung |
| LinkedIn-Profil | 199 bis 249 € | Einmalig |
Marktübliche Spannen nach der Übersicht von Bewerbung Schreiber, Stand 20. September 2026. Das StepStone Magazin nennt für ein Grundpaket aus Anschreiben und Lebenslauf 100 bis 300 Euro. Einzelne Anbieter liegen darüber: Online-Bewerbungsportal ruft für das Paket Executive 439,95 Euro auf, ATS-Optimierung kostet dort 99,95 Euro extra. Preise ändern sich, prüf sie vor der Beauftragung selbst.
Zwei Dinge fallen an diesen Zahlen auf. Erstens ist die Spanne innerhalb derselben Leistung gewaltig: für ein Anschreiben zwischen 39 und 199 Euro liegt der Faktor bei fünf. Zweitens wird fast überall je Dokument abgerechnet, nicht je Bewerbungsphase. Genau daran entscheidet sich, ob sich der Weg rechnet.
Gerechnet auf eine übliche Suche
Eine Bewerbungsphase dauert erfahrungsgemäss vier bis fünf Monate, in denen zehn bis zwanzig Bewerbungen herausgehen. Die folgende Rechnung nimmt zwölf an. Der Lebenslauf wird einmal gebraucht, das Anschreiben jedes Mal neu, weil es sich auf die konkrete Stelle bezieht.
| Weg | Rechnung | Summe |
|---|---|---|
| Service, jedes Anschreiben einzeln | Lebenslauf einmal 99 bis 349 €, dazu 12 Anschreiben à 39 bis 199 € | 567 bis 2.737 € |
| Service, einmal ein Komplettpaket | Ein Paket für Fachkräfte, danach selbst angepasst | 99 bis 328 € |
| Werkzeug mit Abo | Testwoche 4,99 €, dazu vier Monate à 15,99 € | 68,95 € |
| Selbst schreiben | Zeit statt Geld, etwa eine Stunde je Anschreiben | 0 € |
Beispielrechnung für zwölf Bewerbungen über vier Monate, gerechnet mit den Spannen aus der Tabelle oben und dem Tarif von joblauncher, Stand 20. September 2026. Die Zeilen sind nicht gleichwertig: in den ersten beiden schreibt jemand anderes, in den letzten beiden schreibst du.
Der Vergleich ist bewusst schief, und das gehört dazu. Wer einen Service beauftragt, kauft Arbeit, die er nicht selbst macht. Wer ein Werkzeug abonniert, kauft Vorarbeit und macht den Rest. Die Frage ist nicht, was billiger ist, sondern wie viele Bewerbungen kommen. Bei einer einzigen gewinnt der Service, ab der dritten kippt es.
Wann der Service die richtige Wahl ist
Dafür spricht der Service
Situationen, in denen 300 Euro für ein Dokument gut angelegt sind
Dafür
- Eine einzelne Position, auf die du dich seit Monaten vorbereitest, mit deutlichem Gehaltssprung
- Führungsposition ab der zweiten Ebene, wo Formulierung und Auftreten mitverhandelt werden
- Quereinstieg, bei dem der Werdegang erklärt werden muss statt aufgezählt
- Deutsch ist nicht deine erste Sprache und der Brief soll sicher klingen
- Eine längere Lücke, bei der jemand von aussen besser beurteilt, wie offensiv sie angesprochen wird
Dagegen
- Jede weitere Stelle kostet wieder, weil das Anschreiben stellenbezogen ist
- Der Texter kennt dich aus einem Fragebogen, nicht aus dem Gespräch
- Zwischen Beauftragung und Lieferung liegen meist drei bis fünf Tage, Express kostet extra
- Im Vorstellungsgespräch musst du vertreten, was jemand anderes formuliert hat
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Der Preis steht vorne. Wenn der Betrag erst nach einem ausgefüllten Formular oder einem Telefonat kommt, ist das kein Zufall. Seriöse Anbieter nennen Pakete und Preise auf der Seite.
Korrekturschleifen. Die erste Fassung sitzt selten. Steht nicht ausdrücklich dabei, wie viele Überarbeitungen enthalten sind, ist es in der Regel eine.
Wie gearbeitet wird. Ob ein Anbieter von Hand schreibt, mit Textbausteinen arbeitet oder ein Sprachmodell zu Hilfe nimmt, steht selten auf der Seite. Es lohnt sich nachzufragen, weil davon abhängt, wofür du zahlst. Wer offen sagt, wie er arbeitet, hat den ersten Punkt schon gemacht.
Abo oder Einmalzahlung. Ein Bewerbungsservice rechnet je Dokument ab, ein Werkzeug je Monat. Beides ist üblich, aber es sind zwei verschiedene Rechnungen. Bei einem Abo gilt seit Juli 2022 die Pflicht zum Kündigungsknopf, § 312k BGB. Ob es ihn gibt und ob er ohne Anmeldung erreichbar ist, lässt sich vor dem Kauf prüfen. joblauncher arbeitet selbst mit einem Abo: vergünstigte Testwoche, danach 15,99 Euro im Monat, der Folgepreis steht vor dem Kauf und die Kündigung liegt als Knopf im Konto.
Die Agentur für Arbeit zahlt möglicherweise mit
Wer arbeitslos ist oder von Arbeitslosigkeit bedroht und eine sozialversicherungspflichtige Stelle sucht, kann Bewerbungskosten über das Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III fördern lassen. Dazu zählen neben Fahrt- und Bewerbungskosten auch Ausgaben für Unterlagen.
Zwei Einschränkungen sind entscheidend. Es gibt keinen Rechtsanspruch, die Agentur oder das Jobcenter entscheidet im Einzelfall über das Ob und die Höhe. Und der Antrag muss gestellt sein, bevor die Kosten entstehen. Eine nachträgliche Übernahme ist ausgeschlossen. Wer erst bestellt und dann fragt, zahlt selbst.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Bewerbung schreiben zu lassen?
Ein einzelnes Anschreiben kostet marktüblich 39 bis 199 Euro, ein Lebenslauf 99 bis 349 Euro. Komplettpakete liegen je nach Erfahrungsstufe zwischen 99 und 578 Euro, für Führungspositionen auch darüber. Aufschläge für Expressbearbeitung liegen bei 29 bis 60 Euro, englische Unterlagen kosten 99 bis 199 Euro zusätzlich.
Lohnt sich ein Bewerbungsservice?
Bei einer einzelnen wichtigen Bewerbung ja, bei einer laufenden Suche selten. Wenn eine Position über mehrere tausend Euro Jahresgehalt entscheidet, sind 300 Euro für ein Dokument gut angelegt. Wer zehn bis zwanzig Bewerbungen schreibt, zahlt jedes Anschreiben einzeln, weil jede Stelle einen eigenen Brief braucht. Dann summiert sich der Betrag schnell auf mehr als tausend Euro.
Übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten für Bewerbungen?
Möglich ist es über das Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III. Gefördert werden Kosten, die bei der Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Stelle entstehen, darunter Bewerbungskosten. Zwei Punkte sind wichtig: Es gibt keinen Rechtsanspruch, die Agentur entscheidet im Einzelfall. Und der Antrag muss gestellt sein, bevor die Kosten entstehen, eine nachträgliche Übernahme ist ausgeschlossen.
Ist es erlaubt, die Bewerbung schreiben zu lassen?
Ja. Niemand verlangt, dass du deine Bewerbung selbst formulierst, und ein Lektorat ist seit jeher üblich. Die Grenze liegt beim Inhalt: Was im Anschreiben steht, musst du im Gespräch vertreten können. Ein Text, der dich klüger klingen lässt, als du im Gespräch wirkst, schadet mehr, als er nützt.
Woran erkenne ich einen seriösen Bewerbungsservice?
Der Preis steht vor dem Kauf auf der Seite, nicht erst nach einem Formular. Es ist klar, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind. Es gibt ein Impressum mit ladungsfähiger Anschrift. Bei Abo-Modellen gibt es einen Kündigungsknopf, den § 312k BGB seit Juli 2022 vorschreibt. Und der Anbieter sagt auf Nachfrage, wie er arbeitet: von Hand, mit Textbausteinen oder mit Unterstützung eines Sprachmodells. Alles davon ist zulässig, aber es macht einen Unterschied dafür, wofür du zahlst.
Was ist der Unterschied zwischen Bewerbungsservice und Werkzeug?
Der Service schreibt für dich und rechnet je Dokument ab. Das Werkzeug schreibt mit dir und rechnet je Monat ab. Beim Service bekommst du einen fertigen Text und musst ihn für die nächste Stelle neu bestellen. Beim Werkzeug liegt dein Werdegang hinterlegt und jede weitere Bewerbung kostet nichts extra, dafür bleibt die Verantwortung für den Inhalt bei dir.
Der günstigere Weg, wenn es viele Bewerbungen werden
Anzeige einfügen, Lebenslauf hochladen, Anschreiben nach DIN 5008 laden. Der Lebenslauf-Baukasten ist kostenlos und ohne automatische Verlängerung, der Preis steht vor dem Kauf.
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